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A01
Geographische Imaginationen: Sicherheit und Unsicherheit im Generationenvergleich

Im Zentrum des Projekts „Geographische Imaginationen: Sicherheit und Unsicherheit im Generationenvergleich“ steht die Frage, inwiefern die Komplexitätssteigerung und Re-Figuration der Räume in sicherheitskonnotierten geographischen Imaginationen zum Ausdruck kommt. Wir gehen davon aus, dass sich räumliche Vorstellungsweisen bei allen Bevölkerungsgruppen aufgrund von Prozessen der Globalisierung, Entgrenzung, Entankerung, Rückbettung und Mediatisierung gravierend verändern – und teilweise zu großen Verunsicherungen führen, wie aktuelle öffentliche Debatten zum Brexit-Referendum in Großbritannien oder den Wahlergebnissen in den USA zeigen. Zugleich gilt als gesichert, dass sich Identität und Gruppenzugehörigkeit zentral über Ortsbezüge herstellen, etwa durch die symbolische Kontrastierung (und meist affektive Aufladung) von „unserem Raum“ und „dem Raum der Anderen“. Subjektives Raumwissen – gerade im Erleben von Sicherheit und Unsicherheit – ist darüber hinaus entscheidend geprägt von den sozialen und kulturellen Kontexten der Individuen.

Vor diesem Hintergrund stellt das Projekt folgende forschungsleitende Fragen: Welche geographischen Imaginationen sind für das Sicherheitsempfinden der Subjekte relevant? Welche Rolle spielen Vorstellungen von Heimat im Kontrast zur Fremde, dem Nahen im Kontrast zur Ferne oder Vorstellungen von Stadt, Nation und Globalität? Wie hängen die verschiedenen Vorstellungen miteinander zusammen? Und wie unterscheiden sich solche geographischen Imaginationen für unterschiedliche Altersgruppen sowie in verschiedenen nationalen und kulturellen Kontexten?

Empirisch wird die Frage nach den Veränderungen subjektiven Raumwissens über Gruppendiskussion und problemzentrierte Interviews (beide auf Basis von Photo-Elizitation) an drei Orten (Vancouver, Berlin, Singapur) untersucht. Wir analysieren vergleichend die geographischen Imaginationen von 15–30-Jährigen, 35–50-Jährigen und 55–70-Jährigen. Ziel ist die Herleitung idealtypischer geographischer Imaginationen nach Alter, sozialer Herkunft und geographischer Positionierung. Die emotionale und affektive Dimension sicherheitsbezogenen Raumwissens wird gezielt über die visuelle Methodik der Photo-Elizitation erhoben. Über das erstmals systematisch als polykontextural erfasste subjektive Raumwissen unterschiedlicher Altersgruppen an den drei Untersuchungsorten sollen übergreifende Konturen einer globalen Re-Figuration von Räumen greifbar werden.

Projektleitung:

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Studentische Mitarbeiter*innen: