Projektbereiche

Um die Merkmale der Re-Figuration in den empirischen Untersuchungen analytisch präzise zu bestimmen, untersuchen wir sowohl die Ebene des subjektiven Raumerlebens und Raumwissens als auch die Ebene des räumlichen Zusammenhangs von Zirkulation und Ordnung und schließlich – als Vermittlungselement – die Ebene der kommunikativen Handlungen, Interaktionen und Praktiken. Entsprechend werden die empirischen Untersuchungen der 15 Teilprojekte in den Projektbereichen „Raumwissen“, „Räume der Kommunikation“ , „Zirkulation und Ordnung“ sowie Künstlerische Forschung und Öffentlichkeitsarbeit untergliedert.

Projektbereich A | Raumwissen

Im Projektbereich A untersuchen wir die Konstitution und den Wandel subjektiven Raumwissens. Die Vorstellung, in einem homogenen Umgebungsraum zu leben, war eine selbstverständliche Annahme bis in die 1980er Jahre hinein. Seither haben sich territoriale Formationen mit neuen Formen der Lokalisierung, Vernetzung und Re-Skalierung verknüpft und überlagert. Vor diesem Hintergrund untersucht der Projektbereich emotionale Herausforderungen neuer Raumkonstitutionen (darunter Entwurzelung und Neuverortung, Verlust von Kontinuitätserleben und Konsistenzgefühlen etc.) sowie Inhalte des Raumwissens, darunter die Rolle von Steuerungs-, Verknüpfungs- und Platzierungswissen.

Sprecherin: Prof. Dr. Ilse Helbrecht

Projektbereich B | Räume der Kommunikation

Der Projektbereich B rekonstruiert die sich seit den späten 1960er Jahren vollziehenden Prozesse der Re-Figuration von Räumen als Mediatisierung kommunikativen Handelns. Kommunikation setzt immer mindestens zwei Platzierungen zueinander in Beziehung und hat damit notwendigerweise eine räumliche Dimension. Aufgrund der Entstehung und Ausbreitung technischer Kommunikations- infrastrukturen und -medien – so die zentrale Ausgangsannahme – verändern sich sowohl räumliche Platzierungen als auch damit verknüpfte Syntheseleistungen. Untersucht werden in den Teilprojekten Akteure, die professionell für Raumproduktionen verantwortlich sind, ebenso wie Alltagshandelnde in ihrem Umgang mit smarten Technologien.

Sprecherin: Prof. Dr. Gabriela Christmann

Projektbereich C | Zirkulation und Ordnung

Der analytische Schwerpunkt des Projektbereiches C liegt auf dem Wechselverhältnis von Zirkulation und Ordnungsbildung, die sich in unserem Verständnis gegenseitig konstituieren. Unter Zirkulation verstehen wir die Bewegung von Menschen, Gütern und Technologien zwischen Orten. Entgegen der Thesen früher Globalisierungstheorien gehen wir davon aus, dass Prozesse räumlicher Entgrenzung stets mit neuen Formen der Begrenzungen verbunden sind und sich Zirkulation nicht als ungeordnetes, wildes Strömen, sondern vielmehr in Bahnen vollzieht, die gesicherte Übergänge und Anschlüsse hervorbringen. Ziel der Teilprojekte ist es, unterschiedliche Formen der Zirkulation, der Zirkulationsunterbrechung sowie deren materielle Verfestigungen zu untersuchen.

Sprecherin: Dr. Johanna Hoerning

Öffentlichkeitsarbeit und Künstlerische Forschung

Das Projekt Raummigration und Tourismus untersucht auf Basis einer künstlerischen Forschung und am Beispiel dreier Fallstudien in Berlin, Dogil Maeul und Shenzen, wie sich Migration und Tourismus in das physisch-symbolische Arrangement gebauter Räume einschreibt. Themen und Methoden anderer Teilprojekte im Sonderforschungsbereich werden in die künstlerische Forschung integriert und das Ergebnis anschließend in eine Kunstausstellung übersetzt, die eine breite internationale Öffentlichkeit erreichen soll.