Personen

Volkan Sayman

C03: Doing Mini-publics

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Technische Universität Berlin
BH-5-1 | Raum 232
Ernst-Reuter-Platz 1
10587 Berlin

Vita

  • Seit 01/2018

    Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt „doing mini-publics“ im SFB 1265 an der TU Berlin

  • 2015 - 2017

    Masterabschluss in “Soziologie technikwissenschaftlicher Richtung” an der TU Berlin

  • 2014 – 2015

    M.A. “Science Studies” an der Humboldt Iniversität Berlin (nicht abgeschlossen)

    Zwischen 2015 und 2018 arbeitete ich mit Dr. Anne K. Krüger und Prof. Norma Möllers im Lehrbereich Wissenschaftsforschung der HU Berlin. Wir erhoben und analysierten qualitative und quantitative Daten über die Performanz deutscher Hochschulen als Arbeitgeber. Zudem unterstütze ich ein Projekt, das sich mit Performance-Evaluations-Praktiken im Feld der „Translationalen Medizin“ auseinandersetzte.

  • 2010 – 2014

    Bachelor “Sozialwissenschaften” an der Philipps Universität Marburg

    Zwischen 2011 und 2014 habe ich als Studentische Hilfskraft am Arbeitsbereich Allgemeine Soziologie bei Prof. Markus Schroer mitgearbeitet. Meine Haupttätigkeit bestand darin, soziologische Grundlagentexte mit Studierenden zu erarbeiten.

    Zwischen 2013 und 2014 arbeitete ich als Studentische Hilfskraft bei Prof. Martin Schröder am Arbeitsbereich Wirtschaftssoziologie mit. Wir erhoben und analysierten Daten über weibliche Karrierepfade in der Wissenschaft. Zudem führten wir gemeinsam mit Dr. Florian Vietze qualitative Analysen des deutschen Mediendiskurses (Zeitungsartikel in vier deutschen Leitmedien von 1950 bis heute) zum Themenkomplex „Soziale Ungleichheit“ durch.

Forschungsschwerpunkte

    • Wissenschafts- und Innovationsforschung sowie Techniksoziologie

    • Praxistheorien, Diskursanalytische und Visuelle Methoden, Ethnographie

    • Kritischer Transformationen öffentlicher Räume und der Öffentlichkeit

    • Macht und Autorität in Innovationsprozessen

    • Science and Technology Studies (STS) und Akteur-Netzwerk-Theorie

Dissertation

Einen der interessantesten Zugänge zum Verständnis gegenwärtigen sozialen Wandels bilden die Verschiebungen im Verhältnis öffentlicher und privater Sphären. Die scharfe moderne Trennung zwischen einem (weiblich konnotierten) privaten Raum der Reproduktion, Freizeit und Familienlebens und einem (männlich konnotierten) öffentlichen Raum der Arbeit, des Wettbewerbs und der Konsenssuche zerfällt. In Zeiten personalisierten Medienkonsums und vom räumlichen Standort nahezu unabhängiger Zugänge zu sozialen Medien, stellen ForscherInnen die empirische Adäquanz der liberalen Gleichung „privat = zuhause“ und „öffentlich = alles, jenseits des Privaten“ zunehmend in Frage. Wie an öffentlichen Diskursen zu Sexualität, Geschlecht und komplexen Technologien deutlich wird, wird es zunehmend schwieriger, privat konnotierte Themen aus Öffentlichkeiten auszuschließen, indem den Themen der Bezug zum allgemeinen Interesse abgesprochen wird.

Das Tempo von Innovationen, ihre Qualität und Quantität, Urbanisierung und die Dominanz post-materieller Werteorientierungen sind Schlüsselelemente zum Verständnis der Neu-Ordnung öffentlicher und privater Räume. Unter dem Einfluss dieser Entwicklungen werden die Bedingungen politischer Subjektivität und demokratischer Kultur neu ausgehandelt. Auf einer allgemeineren Ebene lässt sich sagen, dass sich diejenigen sozio-technischen Infrastrukturen verändern, aus denen öffentliche und private Räume hervorgehen, die sie stabilisieren und voneinander abgrenzen.

Autonome Mobilität stellt sich zunehmend als Zukunftstechnologie heraus, mit der sehr heterogene Innovationsversprechen verbunden werden: autonome Autos sollen, unter anderem, sicherer und effizienter sein, seien besser an sich verändernde Mobilitätsgewohnheiten angepasst und bringen nicht zuletzt massive Veränderungen des öffentlichen Park-, Fahr- und Lebensraums mit sich. Die Ausbreitung solcher Fahrzeige ist nicht nur von ihrer technischen Machbarkeit und rechtlichen Rahmenbedingungen abhängig. Meine These ist, dass sich die Forschung zu sozio-technischen Zukunftsentwürfen „Autonomer Mobilität“ auf ko-artikulierte Szenarien zukünftiger öffentlicher Räume konzentrieren sollte.

Diese Argumentation führt mich zum Fragenkomplex, der im Fokus meiner Dissertation steht: In welchem Sinne implizieren imaginierte Zukünfte autonomer Mobilität veränderte (Infra-)strukturen öffentlicher Räume in deutschen Städten? Um welche „Dinge“ versammeln sich Öffentlichkeiten, die solche Zukunftsentwürfe artikulieren? Welche sind die Praktiken, Diskurse und Materialitäten, anhand derer AkteurInnen Risiken und Konsequenzen autonomer Mobilität für öffentliche Räume artikulieren? Sind die zukünftigen Konsequenzen für öffentliche Räume bereits in Teststrecken, Fahrzeuge und die entsprechende Infrastruktur eingebaut? Welche Machtverhältnisse ergeben sich in diesem Feld?

Publikationen

  • Artikel in Fachzeitschriften (Peer-Reviewed)

    • Sayman, V. (2019): “Ulrich Beck and Bruno Latour als Impulsgeber der interdisziplinären Öffentlichkeitsforschung”. Soziale Welt Special Issue über Ulrich Becks Werk. (eingereicht, unter Begutachtung)

    • Voß, J.-P, Sayman, V., Schritt, J. (in Vorbereitung): „Infrastructuring knowledge spaces of politics: Designing networks, platforms and observatories for ‚democratic innovation‘“, European Journal of Political and Cultural Sociology.

    • Sayman, V., Voß, J.-P., Schritt, J. (in Vorbereitung) : “Complex Normativities. A reflexive approach for judging public participation practices”.

  • Monografien

    • Sayman, V. (2019; im Erscheinen): „Wie wird Öffentlichkeit gemacht? Pragmatistische und anschließende Öffentlichkeitstheorien im Vergleich”. TU-Berlin-Verlag, Berlin. Monografie, 140 Seiten

  • Vorträge

    • Sayman, V. (2018): “How do experts democratize democracy? How epistemic practices prefigure interactional orders and participant subjectivities”. Eingereichtes und präsentiertes Paper zur “Deliberative Democracy Summer School – Implementing Citizen Deliberation as a Democratic Practice” Abo Akademi in Turku, Finland, 26. -29. Juni 2018. 27 pages

    • Sayman, V. (2018): “How do experts democratize democracy? How epistemic practices prefigure interactional orders and participant subjectivities”. Revidiertes und präsentiertes Paper at „Expectations Towards Citizens in Democratic Innovations – Good, Bad or Just Different?“ beim jährlichen Treffen des European Consortium of Political Research (ECPR) 2018 in Hamburg. 27 Seiten

    • Sayman, V. (2018): “Comparing the practices of making things public: interactions between self-organized and professionally organized issue publics”. Präsentiertes Paper auf der “Participatory Spaces in Perspective“-Conference, University of Westminster, London, 5.-7. September

    • Sayman, V.; Voß J.-P. (2018): “Doing mini-publics – How shall we study translocal spaces of doing politics?” Vortrag auf dem Panel “Experiments in Democracy” at the General Conference of the European Association for the Study of Science and Technology (EASST), Lancaster, UK, 25.-28. Juni

    • Voß, J.-P., Sayman, V. (2019): “Mobile methods: How planning know-how circulates (deliberative public participation as a case study)”, Panel “Translocal Planning?” auf der Internationalen Konferenz “Re-Figuration of Spaces: Mediatization, Mobility, Globalization and Social Dislocation” of the Collaborative Research Centre 1265 “Re-Figuration of Spaces”, TU Berlin, 21. Februar 2019

    • Voß, J.-P, Sayman, V., Schritt, J. (2019): “Infrastructuring knowledge spaces of politics: Designing networks, platforms, and observatories for translocal ‘democratic innovation’”, Vortrag beim Annual Meeting of the Science and Democracy Network, Harvard University, Boston, 28. August 2019

    • Voß, J.-P, Sayman V., Schritt J. (2019): “Infrastructuring knowledge spaces of politics: Designing networks, platforms, and observatories for translocal ‘democratic innovation’”, Paper Vortrag auf dem Open Panel “Knowing Democracy” auf dem Annual Meeting of the Society for the Social studies of Science (4S) “Innovations, Interruptions, Regenerations”, New Orleans, 4. September 2019

  • Working Papers

    • Sayman, V. (2018): “How do experts democratize participative democracy? How epistemic practices prefigure interactional orders and participant subjectivities”. Working Paper

  • Workshops, Organisierte Panels auf Konferenzen und Sommerschulen

    • Voß, J.-P. , Birkback, A., Brown, M., Laurent, B., Sayman, V. (2019): “Knowing Democracy” Open Panel at the Annual Meeting of the Society for the Social studies of Science (4S) “Innovations, Interruptions, Regenerations”, New Orleans, 4. of September 2019 (Organisation des Panels mit Brice Laurent)

    • Mitglied des Organisationskommittees International Summer School “Spaces of Hope: Critical Perspectives on Spatial (Trans)Formations” im Sonderforschungsbereich 1265 “Re-Figuration of Spaces”, Berlin, 11. bis 13. September 2019

    • Teilnahme am Workshop “Wissenssoziologische Diskursanalyse” von Prof. Dr. Reiner Keller, 10. bis 11. Januar 2019, Berlin