Teilprojekte | Projektbereich B | Räume der Kommunikation

B03
Smart Cities: Alltagshandlungen in digitalisierten Lebensräumen

Wenn Urbanisierung das Kennzeichen der Moderne ist, dann steht nun die Mediatisierung von Städten durch ein zunehmend dichtes Netz künstlicher Intelligenz für spätmoderne Transformationen. Die heutigen so genannten „Smart Cities“ entstehen nicht nur durch die Digitalisierung bereits bestehender urbaner Strukturen, sondern werden häufig von Grund auf neu aufgebaut. Sie lassen durch die Integration virtueller und realer Welten, die traditionellen Grenzen zwischen eben diesen verschwimmen. Anders ausgedrückt bedeutet das: Sowohl die Alltagspraktiken als auch die Materialität der Städte werden durch unzählige virtuelle Möglichkeiten „erweitert“.Derzeit durchlaufen viele urbane Räume tiefgreifende Prozesse einer Re-Figuration, die sich nicht zuletzt auf menschliche Formen der Soziabilität auswirken. Es entsteht buchstäblich Neuland – etwa in der südkoreanischen Stadt Songdo – gleichzeitig aber werden moderne binäre Deutungsmuster utopischer Erlösung und dystopischer Gefährdungen erneut entfacht.

Mit unserem Projekt intendieren wir nicht nur, die aus dieser Re-Figuration resultierenden Veränderungen zu beschreiben, sondern auch die binären Codierungen selbst zu interpretieren. Konkretes Ziel ist es, die Re-Figuration von Raum und Zeit begrifflich präzise zu beschreiben. Hierzu arbeiten wir ethnographisch in Songdo/Südkorea. Bislang war die wissenschaftliche Aufmerksamkeit primär auf die politische Ökonomie der Smart Cities gerichtet: als Abbild epochaler top-down Transformationen auf technologischer und wirtschaftlicher Ebene. Nun gebaut und belebt, entwickeln sie eine eigene Logik, die auf einem Set kontextgebundener Aneignungen universeller technischer Lösungen basiert. Die Smart City beeinflusst die Konstruktion sozialer Wirklichkeit. Soziologische und architektonische Ansätze zusammenführend wird im Teilprojekt untersucht, wie sich „smartes“ urbanes Leben vollzieht und wie dies für Produktion von Räumen relevant ist.

Publikationen

Alaily-Mattar, N., Bartmanski, D., Dreher, J., Koch, M., Löw, M., Pape, T., & Thierstein, A. (2018). Situating Architectural Performance: ‘Star Architecture’ and its Roles in Repositioning the Cities of Graz, Lucerne and Wolfsburg. European Planning Studies, 26(9), S. 1874–1900.

Kelling, E., Pelger, D., Löw, M., & Stollmann, J. (Hrsg.). (2020). Wohnhaft im Verborgenen. Die Hostelwirtschaft mit Wohnungslosen in Berlin. Berlin: Universitätsverlag der TU Berlin.

Löw, M., & Knoblauch, H. (2019). Die Re-Figuration von Räumen — Working Paper Nr. 1.

Löw, M., & Knoblauch, H. (2019). The Re-Figuration of Spaces — Working Paper Nr. 2.

Christmann, G., Bernhardt, C., & Stollmann, J. (Hrsg.). (2020). Special Issue | Visual Communication in Urban Design and Planning: The Impact of Mediatisation(s) on the Construction of Urban Futures.

Christmann, G., Knoblauch, H., & Löw, M. (Hrsg.). (2020). Communicative Constructions and the Refiguration of Spaces. Theoretical Approaches and Empirical Studies. New York: Routledge.

Hendawy, M., & Stollmann, J. (2020). The Entanglement of Class, Marriage and Real Estate. The Visual Culture of Egypt’s Urbanization. Urban Planning, 5(2), S. 44-58.

Löw, M. (2018). Raum. In Müller, H.P., & Reitz, T. (Hrsg.), Simmel-Handbuch: Begriffe, Hauptwerke, Aktualität Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. 433-437.

Löw, M. (2018). Vom Raum aus die Stadt denken.

Löw, M. (2019). Die Singularität der sozialen Logik in der Spätmoderne? Über Transformation, Konflikt und Raum in Andreas Reckwitz’ Buch „Die Gesellschaft der Singularitäten“. Soziologische Revue, 42(1), S. 3-10.

Löw, M. (2019). Figur. Bauwelt Einblick, 5, S. 9.

Löw, M. (2019). Songdo: Raumkonstruktion in digitalisierten Lebensräumen. In Burzan, N. (Hrsg.), Komplexe Dynamiken globaler und lokaler Entwicklungen. Verhandlungen des 39. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Göttingen 2018.

Löw, M. (2020). In welchen Räumen leben wir? Eine raumsoziologisch und kommunikativ konstruktivistische Bestimmung der Raumfiguren Territorialraum, Bahnenraum, Netzwerkraum und Ort. In Reichertz, J. (Hrsg.), Grenzen der Kommunikation. Kommunikation an den Grenzen Weilerswist: Velbrück, S. 149-164.

Löw, M. (2020). Re/figur/ieren – Ein Essay über Räume und Grenzen in der späten Moderne. In Kittelmann, U., & Knapstein, G. (Hrsg.), Katharina Grosse - It wasn’t us. Ausstellungskatalog. Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin Berlin: Hatje Cantz Verlag, S. 162-169.

Löw, M. & Weidenhaus, G. (2017). Borders that relate: Conceptualizing boundaries in relational space. Current Sociology, 65(4), S. 553-557.

Löw, M., & Knoblauch, H. (2020). Dancing in Quarantine: The Spatial Refiguration of Society and the Interaction Orders. Space and Culture, 23(3), S. 221–225.

Löw, M., & Knoblauch, H. (2020). Dichotopie. Die Refiguration von Räumen in Zeiten der Pandemie. In Volkmer, M., & Werner, K. (Hrsg.), Die Corona-Gesellschaft. Analysen zur Lage und Perspektiven für die Zukunft Bielefeld: transcript, S. 89-99.

Löw, M., & Knoblauch, H. (2020). Soziale Theoriebildung. Möglichkeiten von Interdisziplinarität in einem soziologisch geleiteten DFG-Sonderforschungsbereich. Soziologie, 49(1), S. 7-22.

Löw, M., & Knoblauch, H. (2020). The Re-Figuration of Spaces and Refigured Modernity – Concept and Diagnosis. Historical Social Research, 45(2), S. 263-292.

Löw, M., & Stollmann, J. (2018). Urbanität in Smart-City-Entwürfen und Stadtvisionen? Moderne Stadtentwicklung zwischen Songdo und Limerick. In Gestring, N., & Wehrheim, J. (Hrsg.), Urbanität im 21. Jahrhundert Frankfurt/New York: Campus, S. 336-343.

Löw, M., & Weidenhaus, G. (2018). Relationale Räume mit Grenzen. Grundbegriffe der Analyse alltagsweltlicher Raumphänomene. In Brenneis, A., Honer, O., Keesser, S., Ripper, A., & Vetter-Schultheiß, S. (Hrsg.), Technik–Macht–Raum. Das Topologische Manifest im Kontext interdisziplinärer Studien Wiesbaden: Springer VS, S. 207-227.

Stollmann, J. (2019). Coproduction and its Contestations. A Tour to the Monuments of Berlin-Kreuzberg. In Institut für Auslandsbeziehungen (Hrsg.), Shifting Panoramas Berlin: ifa, S. 12-15.

Stollmann, J., & Hasbun Chavarria, Y. (2018). Städtischen Akteur-Netzwerken folgen: Praktische, auf ANT basierende Werkzeuge. In Bock, C., Pappenberger, U., & Stollmann, J. (Hrsg.), Das Kotti Prinzip Berlin: Ruby Press, S. 44-52.

Stollmann, J., Wolf, K., Brück, A., Frank, S, Million, A., Misselwitz, P., Schlaack, J., & Schröder, C. (Hrsg.). (2016). Beware of Smart People. Redefining the Smart City Paradigm towards Inclusive Urbanism. Berlin: Universitätsverlag der TU Berlin.

Projektleitung:

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen:

Studentische Mitarbeiter*innen:

Ehemalige Projektmitarbeiter*innen: