Teilprojekte | Künstlerische Forschung & Öffentlichkeitsarbeit

Ö
Raummigration und Tourismus

Das Projekt „Raummigration und Tourismus” untersucht Raumbezüge, die durch gegenseitige Überlagerung der Phänomene Migration und Tourismus entstehen. Die diese Bereiche prägenden Raumlogiken und Handlungspraktiken werden in Bezug gesetzt zur Re-Figuration der sozialen Ordnung durch Prozesse des „spacing“ und der mit diesen verbundenen, wahrnehmungsbezogenen, Syntheseleistungen (vgl. Löw 2001). Es wird davon ausgegangen, dass die Phänomene Migration und Tourismus aufgrund der beiden zugrundeliegenden Bewegungsaktivität strukturelle Ähnlichkeiten aufweisen und als ein „Mobilitäts-Kontinuum“ (Bukow 2010, 53) verstanden werden können, an dessen jeweiligen Enden die diese Zirkulationen auslösenden inneren und äußeren Kausalitäten stehen. Die Imaginationen von Räumen, die Migration und Tourismus begründen, können als ein Motor der Re-Figurationsprozesse betrachtet werden (vgl. Holert / Terkessidis 2006).

Zentrale Fragestellung der Untersuchung ist die künstlerische, visuell-bildhafte Nachweisbarkeit der Re-Figuration von Räumen. Deren im SFB untersuchte Aspekte der Mediatisierung, Polykontexturalisierung und Translokalisierung werden anhand von drei Case Studies mit einer Verbindung künstlerischer und wissenschaftlicher Methoden analysiert. Das vietnamesische Großhandelszentrum Dong Xuan Center in Berlin Lichtenberg, das deutsche Dorf Dogil Maeul in Südkorea und der Themenpark Window of the World in der südchinesischen Sonderwirtschaftszone Shenzhen stehen für das Spannungsfeld zwischen einer Migration kulturell kodierter Kontexte und touristischen Praktiken. Methoden der visuellen Feldforschung, künstlerischen Bestandsaufnahme und Videographie, die in vorherigen Kunst- und Forschungsprojekten entwickelt und erfolgreich angewandt wurden, kommen in Integration mit Methoden der qualitativen Sozialforschung zur Anwendung. Eine parallel laufende wissenschaftliche Untersuchung der künstlerischen Vorgehensweise analysiert und reflektiert die Anwendbarkeit künstlerischer Forschung. Die Ergebnisse der künstlerisch-wissenschaftlichen Forschung werden in Form einer begehbaren Mehrkanal-Video-Installation ausgewertet und zugleich sinnlich erfahrbar gemacht.

Das Projekt verfolgt damit einerseits einen eigenständigen künstlerischen Forschungsansatz und reflektiert gleichzeitig die in den Teilprojekten näher bestimmten Raumkonstitutionen durch künstlerische Methoden und Medien. Die Ergebnispräsentation in Form einer Ausstellung (geplant für September 2020 im HKW, Berlin) macht die Forschungsergebnisse einem größerem, auch nicht- fachwissenschaftlichem nationalem und internationalem Publikum zugänglich.

Projektleitung:

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen:

Studentische Mitarbeiter*innen: