Teilprojekte | Projektbereich B | Räume der Kommunikation

B04
Lokative Medien: Inklusion und Exklusion in öffentlichen Räumen

Ziel des Projekts ist es, neue Formen alltäglicher Raumkonstitution unter den Bedingungen der gegenwärtig erfolgenden cyber-physischen Verschmelzung von materiellen und virtuellen Kommunikationsräumen zu untersuchen. Diese Verschmelzung ist das Resultat einer neuen Softwaregeneration von Smartphone-Apps, die als lokative Medien bezeichnet werden und standortbezogene Informationen aus virtuellen Räumen mit topographischen Räumen der Face-to-Face-Kommunikation verbinden. So erweitern etwa Spiele-Apps den materiellen Raum um virtuelle Geschöpfe und Gegenstände, oder ein mobiler Empfehlungsdienst zeigt in seiner App ein in der Nähe liegendes Restaurant mitsamt Speisekarte an. Der Einsatz lokativer Medien hat zur Folge, dass sich Orte des Zusammenlebens nicht mehr für alle Anwesenden gleich darstellen, weil sich die Raumkonstitution nun auf zusätzliche digital repräsentierte Elemente stützt, die nur für die Nutzer/-innen spezifischer Apps erfahrbar sind. In der Literatur werden zwei Effekte kontrovers diskutiert, die mit der zunehmenden Verbreitung und Nutzung lokativer Medien im öffentlichen Raum einhergehen können: auf der einen Seite die Entstehung inkludierender Begegnungsorte, auf der anderen Seite die Entstehung exkludierender Rückzugsorte. Das vorliegende Forschungsvorhaben knüpft an dieses Forschungsdesiderat an und fragt, unter welchen sozio-technischen Bedingungen mit der Entstehung neuer Inklusionschancen oder mit verstärkter sozialer Exklusion zu rechnen ist und welche neuen relationalen Anordnungen zu Räumen sich physisch-materiell und sozial bei der Nutzung lokativer Medien beobachten lassen.

Weitere Informationen:

 

 

Publikationen

Lettkemann, E. & Schulz-Schaeffer, I. (2022). Annotating Places: A Critical Assessment of Two Hypotheses on How Locative Media Transform Urban Public Places. In Million, A., Haid, C., Castillo Ulloa, I., & Baur, N. (Hrsg.), Spatial Transformations. Kaleidoscopic Perspectives on the Refiguration of Spaces

Lettkemann, E. (2021). Lokative Medien und die Wahrnehmung hybrider Räume. In Hoerning, J. & Misselwitz, P. (Hrsg.), Räume in Veränderung – Ein visuelles Lesebuch (S. 178-189). Berlin: Jovis Verlag.

Lettkemann, E. (2021). Webnografie 2.0. In Heinrich, A. J., Marguin, S., Million, A., & Stollmann, J. (Hrsg.), Handbuch qualitative und visuelle Methoden der Raumforschung (S. 263-274). Bielefeld: transcript.

Lettkemann, E. & Schulz-Schaeffer, I. (2021). Das CAMPP-Modell des Zusammenhangs von Bedeutung und Zugänglichkeit öffentlicher Orte und seine Anwendung auf lokative Medien. In Löw, M., Sayman, V., Schwerer, J., & Wolf, H. (Hrsg.), Am Ende der Globalisierung. Über die Refiguration von Räumen (S. 257-280). Bielefeld: transcript.

Lettkemann, E. & Schulz-Schaeffer, I. (2021). Lokative Medien. Inklusion und Exklusion in öffentlichen Räumen. In Döbler, T., Pentzold, C., & Katzenbach, C. (Hrsg.), Räume digitaler Kommunikation (S. 72-103). Köln: Halem.

Lettkemann, E. (2020). Review: Rowan Wilken, Cultural Economies of Locative Media, Oxford University Press: New York, 2019. International Sociology, 35(5)Sage. , S. 50-60.

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