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A05
Biographien der Mittelschichten: Raumbezüge im Wandel des Lebens

Das Forschungsprojekt untersucht Raumkonstitutionen von Angehörigen der Mittelschichten aus einer biographischen Perspektive in Kenia und Deutschland. Dabei werden explizit die translokalen Raumbezüge der familären Sphäre einerseits und der der Arbeitswelt andererseits fokussiert. Auf Basis narrativ-biographischer Interviews werden die relevanten biographischen Räume rekonstruiert und hinsichtlich ihrer Ähnlichkeiten und Unterschiede analysiert. Im Rahmen des explorativen Forschungsprojektes werden verschiedene Vergleichskategorien (z.B. Stadt/Land, Gender, Alter oder Religiosität) gleichberechtigt getestet, und auf ihren Erklärungswert hin befragt. Der Vergleich zwischen deutschen und kenianischen Mittelschichten stellt dabei nur eine von vielen Vergleichskategorien dar. Erklärungswert verspricht diese Kategorie, weil die Mittelschichten in Kenia hauptsächlich erst in den letzten Jahrzehnten unter den Bedingungen einer viel stärker globalisierten Weltwirtschaft ohne sozialstaatliche Rahmung entstanden sind, während die deutsche Mittelschichten hinsichtlich ihrer Entstehung Ende des 19. Jhd. zutiefst mit der Etablierung des Wohlfahrtsstaates verwoben sind. Ziel ist es eine empirisch fundierte Konzeptualisierung der typischen biographischen Bewältigungsstrategien des Spannungsverhältnisses zwischen Reproduktionssphäre und Arbeitswelt aus einer räumlichen Perspektive zu entwickeln.

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