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A05
Biographien der Mittelschichten: Raumbezüge im Wandel des Lebens

Das Forschungsprojekt untersucht Raumkonstitutionen von Angehörigen der Mittelschichten aus einer biographischen Perspektive in Kenia und Deutschland. Dabei werden explizit die translokalen Raumbezüge der familären Sphäre einerseits und der der Arbeitswelt andererseits fokussiert. Auf Basis narrativ-biographischer Interviews werden die relevanten biographischen Räume rekonstruiert und hinsichtlich ihrer Ähnlichkeiten und Unterschiede analysiert. Im Rahmen des explorativen Forschungsprojektes werden verschiedene Vergleichskategorien (z.B. Stadt/Land, Gender, Alter oder Religiosität) gleichberechtigt getestet, und auf ihren Erklärungswert hin befragt. Der Vergleich zwischen deutschen und kenianischen Mittelschichten stellt dabei nur eine von vielen Vergleichskategorien dar. Erklärungswert verspricht diese Kategorie, weil die Mittelschichten in Kenia hauptsächlich erst in den letzten Jahrzehnten unter den Bedingungen einer viel stärker globalisierten Weltwirtschaft ohne sozialstaatliche Rahmung entstanden sind, während die deutsche Mittelschichten hinsichtlich ihrer Entstehung Ende des 19. Jhd. zutiefst mit der Etablierung des Wohlfahrtsstaates verwoben sind. Ziel ist es eine empirisch fundierte Konzeptualisierung der typischen biographischen Bewältigungsstrategien des Spannungsverhältnisses zwischen Reproduktionssphäre und Arbeitswelt aus einer räumlichen Perspektive zu entwickeln.

Publikationen

Hoerning, J., & Weidenhaus, G. (2018). Simmel als Ahnherr der Stadtsoziologie und der Urban Studies. In Müller, H.-P., & Reitz, T. (Hrsg.), Simmel-Handbuch. Begriffe, Hauptwerke, Aktualität (S. 800-814). Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Löw, M. & Weidenhaus, G. (2017). Borders that relate: Conceptualizing boundaries in relational space. Current Sociology, 65(4), S. 553-557.

Löw, M., & Weidenhaus, G. (2018). Relationale Räume mit Grenzen. Grundbegriffe der Analyse alltagsweltlicher Raumphänomene. In Brenneis, A., Honer, O., Keesser, S., Ripper, A., & Vetter-Schultheiß, S. (Hrsg.), Technik–Macht–Raum. Das Topologische Manifest im Kontext interdisziplinärer Studien (S. 207-227). Wiesbaden: Springer VS.

Mock, C., & Fegter, S. (2019). Children´s Emotional Geographies of Well-being. The Cultural Constitution of Belonging(s) in the Context of Migration and Digital Technologies. In Fattore, T., Fegter, S., & Hunner-Kreisel, C. (Hrsg.), Qualitative Research on Children’s Well-being Across National and Cultural Contexts. International Journal of Emotional Education, Special Issue 11 (S. 13-30).

Weidenhaus, G. (2015). Soziale Raumzeit. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Weidenhaus, G. (2017). Der Zusammenhang von Raum und Zeit. Zur Konzeption sozialer Raumzeit und ihrer empirischen Relevanz in Biografien. In Henckel, A., Laux, H. & Anicker, F. (Hrsg.), Zeitschrift für theoretische Soziologie. 4. Sonderband. Raum und Zeit. Soziologische Beobachtungen zur gesellschaftlichen Raumzeit (S. 40-73). Weinheim: Beltz Juventa.

Weidenhaus, G. (2018). In der Welt sein. In Ritter, S. & Schöneck, N. M. (Hrsg.), Die Mitte als Kampfzone: Wertorientierungen und Abgrenzungspraktiken der Mittelschichten (S. 295-310). Bielefeld: transcript.

Weidenhaus, G. & Korte, E. (2021). Global Middle Class? Spurensuche in Nairobi und Berlin. In Löw, M., Sayman, V., Schwerer, J., & Wolf, H. (Hrsg.), Am Ende der Globalisierung. Über die Refiguration von Räumen (S. 283-306). Bielefeld: transcript.

Weidenhaus, G. & Norkus, M. (2021). Biografisch-narrative Interviews. In Heinrich, A. J., Marguin, S., Million, A., & Stollmann, J. (Hrsg.), Handbuch qualitative und visuelle Methoden der Raumforschung (S. 153-164). Bielefeld: transcript.

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Studentische Mitarbeiter*innen: