Teilprojekte | Projektbereich A | Raumwissen

A02
Bildung: Raumwissen von Kindern und Jugendlichen in der Planung

Das Forschungsprojekt adressiert die Re-Figuration von Räumen anhand der Untersuchung des Wandels des Raumwissens von Kindern und Jugendlichen seit den 1970er Jahren sowie damit verbunden der Konstitution von Räumen mit Hinblick auf deren Bedeutung für (non-formale) Bildungsprozesse. Weiter beschäftigt sich das Projekt mit der Frage, wie dieses Raumwissen gegenwärtig von professionellen Akteuren in partizipativen Design- und Planungsprozessen erhoben, verarbeitet und eventuell umgesetzt wird. Zur Verfolgung dieser Forschungsinteressen wird methodisch eine qualitative Metaanalyse von ungefähr 60 vorhandener (deutsch-, englisch- und spanischsprachigen) Studien zu jungen Menschen und ihren Räumen durchgeführt. Hierfür wird ein interpretatives Verfahren der Synthese einer größeren Zahl verschiedener empirischer Studien entwickelt. Dieses Vorgehen wird kombiniert mit drei empirischen Fallstudien zur Planung und Gestaltung von städtischen (öffentlichen) Räumen in Peru, Kolumbien und Deutschland. Teil dieser Fallstudien ist die Erhebung narrativer Landkarten anhand derer Kinder und Jugendliche ihre Alltagsräume darstellen.

Erste Ergebnisse der qualitativen Meta-Analyse weisen darauf hin, dass Kinder und Jugendliche zunehmend gleichzeitig in unterschiedliche (auch virtuelle) Räume eingebunden sind. Diese Räume können dabei verschiedenen Raumlogiken folgen und auf verschiedenen Scales verortet sein. Damit einher geht eine Heterogenisierung und Ausdifferenzierung der räumlichen Strukturierung von Kindheit und Jugend, die sich im Raumwissen der Kinder und Jugendlichen ausdrückt. Diese Beobachtungen können unter anderem mit Prozessen der (digitalen) Mediatisierung sowie der Translokaliserung durch zunehmende Mobilität und Zirkulation in Verbindung gesetzt werden. Ebenso zeigen sich im Material Anzeichen einer weiter zunehmenden Pädagogisierung von Räumen der Kindheit und Jugend, welche sich in der Gestaltung von spezialisierten Räumen für junge Menschen ausdrückt. Auffällig ist, dass diese pädagogisierten Räume von Kindern und Jugendlichen in unterschiedlichen Kontexten verschieden wahrgenommen werden und verschiedene räumliche Praktiken hervorrufen.

Partner

In den Fallstudien kooperieren wir mit folgenden Planungsbüros und -initiativen:

Lunárquicos, Fabiola Uribe, Bogotá

CCC – Coordinadora de la Ciudad en Construcción, Javier Vera Cubas, Lima

Urban Catalyst, Berlin

Die Feldforschungen in Lateinamerika werden ferner unterstützt durch Jorge Raedó, Osa Menor.

Publikationen

Million, A., & Heinrich, A. J. (2020). Kinder- und jugendgerechte Stadtentwicklung. Bildungs- und Experimentierräume für junge Stadtgestalterinnen und Stadtgestalter. In Berliner Beirat für Familienfragen (Hrsg.), Familien in der wachsenden, vielfältigen Stadt. Berliner Familienbericht 2020, S. 31-34.

Projektleitung:

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen:

Studentische Mitarbeiter*innen: