Blog | Alltag

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26. Mai 2023

Vom Lessing-Denkmal bis zum Landwehrkanal

Christopher Heidecke

Wirklichkeit und insbesondere Städte unterliegen einem steten räumlichen sowie zeitlichen Wandel. Dieser Beitrag ist ein Auszug einer Masterthesis, welche unter anderem mittels Lucius Burckhardts Methode der Spaziergangswissenschaft interpretativ-phänomenologisch den Berliner Potsdamer Platz untersucht und versucht, die planerische wie organisationale Entwicklung als Ausgangspunkt der Betrachtung für die hiesige Raumkonstitution zu setzen. Anhand einer dichten Beschreibung und zahlreichen Fotocollagen soll es den Leser:innen ermöglicht werden die wahrgenommene ›Qualität‹ des ehemaligen Mauerraumes und der vorhandenen ortsproduzierenden Maßnahmen im Zusammenspiel mit dem leiblichen-forschenden Subjekt sinnlich nacherfahren zu können.

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24. März 2023

Liebe im postkolonialen Zeitalter

Dr. Séverine Marguin | Daddy Dibinga Kalamba | Dr. Brenda Strohmaier

In Westafrika boomt ein Unterhaltungsgenre namens Afronovela. Wie in den lateinamerikanischen Telenovelas handelt es sich dabei um romantische Seifenopern, aber eben solche, die in Afrika spielen. Vor allem im Senegal und an der Elfenbeinküste hat sich eine eigene Industrie dazu entwickelt. Die französische Soziologin Séverine Marguin und der kongolesische Regisseur und Filmwissenschaftler Daddy Dibinga Kalamba untersuchen im Teilprojekt C06, wie in diesen Serien gelungenes Leben inszeniert wird.

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20. Januar 2023

Same same yet different: Erste Annäherungen an Raumbezüge von professionellen Airbnb Hosts

Christina Hecht

Viele werden sie kennen: die Werbespots von Airbnb aus dem Frühjahr 2022. Dort tauchen wir in „Airbnb Stories“ ein. Wir begleiten glückliche Urlauber:innen, sehen privat anmutende Fotos und hören stimmungsvolle Musik. Die authentischen Urlaube, die hier beworben werden, sind „made possible by Hosts“. Diese Hosts treten in den Werbespots aber gar nicht direkt in Erscheinung. Einzig kleine Grußkärtchen geben einen Hinweis auf sie, im Obstkorb oder bei der Einwegkamera als Begrüßungsgeschenk. Die Gäste, die wir sehen, residieren in eleganten Stadtwohnungen, sonnigen Villen oder gemütlichen Ferienhäusern. Diese Urlaube „made possible by Hosts“ scheinen wenig damit zu tun zu haben, dass jemand ab und zu ein kurzzeitig leerstehendes Zimmer oder eine Wohnung über Airbnb vermietet.

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14. Oktober 2022

Legibility, contradictions and situated intersections in counterpublic spaces of Berlin

Dr. Christy Kulz | Dr. Martin Fuller

This blogpost explores how counterpublic spaces act as intrinsically intersectional spaces shaped by power, history and emotion. In his celebrated 2019 book Afropean: Notes from Black Europe, Johny Pitts sets off by train from Sheffield on a five-month journey across continental Europe. Pitts’ mission seeks to explore the everyday life of black European experiences, beyond the “standoffish academic vernacular” (2019: 5) and to look for instances of “reverse colonialism” that highlight the long-term social and cultural presence and influence of blackness on European culture.

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27. April 2022

Covid-19 und Putins refigurierter Verhandlungstisch

Dr. David Joshua Schröder | Volkan Sayman

Der Verfall europäischer Demokratie in rechtspopulistische Autokratie wurde zu Recht als reaktionäres Resultat einer spannungsreichen Konfrontation zwischen einer neuen Logik globaler Vernetzung und einer alten Logik nationaler Territorialität gedeutet. Sei es Klimawandel, Covid-19 oder Migration – der gefühlt machtlosen Auslieferung an komplex-unsichtbare Abhängigkeit, Ansteckung und ‚Unterwanderung‘ setzen rechtspopulistische Bewegungen ein idealisiertes Trugbild nationaler Gemeinschaftsstärke, moralischer Zweifellosigkeit und Reinheit entgegen. Es ist ein raumsoziologisch bedeutsamer Konflikt zwischen einer vernetzten Logik entgrenzter Verbreitung und einer territorialen Logik repräsentativer Reinheit.

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13. März 2022

Refigurierte Raumkontrolle

Dr. David Joshua Schröder

Am Kottbusser Tor soll eine sogenannte mobile Wache errichtet werden. Sieht man mal von den immer häufiger an öffentlichen Plätzen campierenden Mannschaftswagen der Polizei ab, die ebenso als mobile Wachen bezeichnet werden, wäre die mobile Wache am Kottbusser Tor bereits die zweite ihrer Art, denn sie soll sich die mobile Wache am Alexanderplatz zum Vorbild nehmen. Dort steht seit einiger Zeit ein rundherum kameraüberwachtes kleines Häuschen, das etwas größer ist als ein Baucontainer, jedoch nicht unbedingt ansehnlicher.

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24. Januar 2022

Present, Future: Shades of (COVID) Nostalgia | March 2020 – May 2021

Dr. Merav Kaddar

The outbreak of COVID-19 provoked a myriad of intriguing sentiments among my friends, me, and others, including a cringey fascination and an ambivalent kind of Eros brought on by the feeling of doomsday. These sentiments changed rapidly into sheer fear and anxiety of the sinister and unfamiliar present time (and future) and provided fertile ground for the emergence and enhancement of nostalgic feelings and practices. Nostalgia (from Greek – nóstos: homecoming, álgos: pain, ache) is defined as missing the past and clinging to it in an idealized and nonjudgmental manner. As such, nostalgia acts many times as a way to cope with a crisis-ridden reality, when the individual yearns for the past — perceived as “simple” — in the face of a chaotic and incomprehensible present. 

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6. August 2021

Infrastructural violence in Johannesburg’s taxi industry

Silvia Danielak

Since the emergence of ride-hailing applications, South African urban centers have seen a rise in violence between the traditional metered taxis and the new ride-share services. Hundreds of criminal cases have been opened over the last years, and protests organized by ride-hailing drivers have drawn attention to the rising tension in the transport industry. A focus on urban infrastructure might shed new light on the history, politics and materiality of places that perpetuate violence in South Africa’s cities.

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